L-Cystein

L-Cystein ist eine semi-essenzielle Aminosäure und genau wie Methionin enthält Cystein Schwefel, sodass es antioxidativ wirken kann. Zusammen mit Glutaminsäure und Glycin bildet es das wichtigste Antioxidans (Glutathion). Dieses kann mit Hilfe eines weiteren Enzym freie Radikale “entgiften” und auch oxidierte Vitamine wiederaufbereiten. Die Zufuhr von Cystein bestimmt, wieviel Glutathion tatsächlich gebildet werden kann. Es kann aus Serin und Methionin hergstellt werden.
L-Cystein
Bindegewebe, Muskel und Knochen können ebenfalls durch ausreichende Versorgung mit Cystein besonders gefestigt werden, da es direkt in den dortigen Proteinen vorkommt. Zusätzlich kommt es im Keratin vor, das Bestandteil von Nägeln und Haaren ist.

Immunsystem mit Cystein stärken

L-Cystein kann durch die Produktion von Glutathion ebenfalls einen sehr positiven Einfluss auf das Immunsystem haben, denn es stärkt die Funktion der weißen Blutkörperchen bei Entzündungen.

Für die Synthese von Taurin ist es ebenfalls geeignet, da Cystein Ausgangsstoff der Tauringewinnung ist. Das ist deswegen interessant, weil Taurin eine wichtige Rolle im Nerven-, Verdauungs- und Herz-Kreislauf-System spielt und außerdem die Bildung von Gallensteinen hemmt und die Fettverbrennung anregt, weil es mit der Gallensäure reagiert.

Es gibt eine weitere Form von Cystein, die statt eines Schwefelatoms ein Selenatom enthält. Dieses Selenocystein ist auch eine proteinogene Aminosäure, die ein reaktives Analogon zu Cystein darstellt, d. h. es reagiert anstelle des Cysteins. Obwohl es nicht zu den 20 Standard-Aminosäuren gehört, ist Selenocystein genetisch kodiert, allerdings erfolgt die Synthese nur unter besonderen Umständen, die man Rekodierung nennt.

L-Cystein für schöne Haare

Cystin ist wesentlich für das Wachstum von Haut und Haaren. Es beeinflusst ebenfalls die Struktur der Haare. Erblich bedingte hohe Anteile von Cystein findet man in krausen oder lockigen Haaren.

N-Acetyl Cystein: Schleimlöser für die Bronchen

N-Acetyl-Cystein (abgekürzt NAC) ist bei Bronchitis ein weit verbreitetes, schleimlösendes Medikament. Es kommt in Nahrungsproteinen nicht vor, kann aber auch vom Körper selber aus Cystein gebildet werden.

NAC ist auch stark Immunsystem-verstärkend, denn es ist eine direkte Vorstufe von Glutathion. Glutathion ist eines der stärksten Antioxidantien. In der Intensivmedizin wird NAC intravenös bei schweren Leberschädigungen. HIV Patienten, die oft einen zu niedrigen Glutathionspiegel aufweisen, werden ebenfalls gerne mit NAC behandelt. Dosierungen liegen bei 1.500 mg bis 3.000 mg NAC täglich. NAC wird ebenso bei der Krebstherapie.

Sportler wenden NAC teilweise an, um den Abbau von Muskelmasse bei intensivem Sport zu mindern und gleichzeitig ihr Immunsystem zu stärken. Drei mal die Woche je 400 mg sind hier üblich.